Sicherung der Gesundheitsversorgung in Melsungen: FDP initiiert Resolution

Die FDP-Fraktion Melsungen hat eine Resolution zur Sicherung der medizinischen Versorgung eingebracht, die am 26. August 2025 in der Stadtverordnetenversammlung beraten wird.

Im Zentrum der Resolution steht, dass die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung eines Intersektoralen Gesundheitszentrums (IGZ) in Kooperation mit dem Kreiskrankenhaus Rotenburg für geboten hält und fordert die Verantwortlichen in Kreis, Land und Bund auf dies zu realsieren. Hintergrund ist, dass die CDU geführte Hessische Landesregierung die bisherigen IGZ-Pläne im Mai 2025 als nicht tragfähig eingestuft und frühere Förderzusagen zurückgezogen hat.

Sollte die Umsetzung eines IGZ nicht gelingen, fordert die Resolution, dass Land und Kreis gemeinsam mit der Stadt Melsungen im Rahmen des „Zukunftspakts“ ein modernes Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) neuen Typs aufbauen. Denn gleichzeitig hatte Ministerpräsident Boris Rhein angekündigt, im Rahmen des „Zukunftspakts“ individuelle Vereinbarungen mit Kommunen zu konkreten Vorhaben zu schließen.

Dieses MVZ soll über die reine ambulante Versorgung hinausgehen: Geplant sind tagesstationäre Angebote, Kurzzeitpflegeplätze, zentrale Facharztpraxen sowie die Integration des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Einbindung einer modernisierten Rettungswache und einer Notarztstützpunktfunktion, um die Notfallversorgung im Altkreis Melsungen dauerhaft abzusichern.

„Mit der Schließung des Krankenhauses ist eine zentrale Säule der medizinischen Versorgung weggefallen. Jetzt muss insbesondere das Land Verantwortung übernehmen“, erklärt Nils Weigand, FDP-Fraktionsvorsitzender Melsungen. Der FDP-Stadtverbandsvorsitzende Alexander Katzung ergänzt: „Die Einrichtung eines IGZ wäre eine tragfähige Lösung, doch falls dies nicht gelingt, muss ein modernes MVZ im Rahmen des Zukunftspakts entstehen. Melsungen kann damit Vorreiter für die ländliche Gesundheitsversorgung in Hessen werden.“

Die FDP Melsungen sieht in dem Modellprojekt nicht nur eine Antwort auf die Versorgungslücke vor Ort, sondern auch einen Beitrag zur Entwicklung neuer Strukturen im ländlichen Raum.